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Thermik

Sondershausen, Thüringen

Daten und Fakten

Inhaberfamilie
Familie Hofsaess in 2. Generation

Gründer
Peter Hofsaess, 1968, Pforzheim

Branche
Elektroindustrie

Produkte
Temperaturbegrenzer, PTC-Motorschutzfühler/Kaltleiter, PTC-Heizelemente

Standorte
Sondershausen in Deutschland, Sibiu/Hermannstadt in Rumänien, Kuala Lumpur in Malaysia und New Bern in den USA

Mitarbeitende
ca. 900 (2020)

Umsatz
rd. 40 Mio. Euro

Patente
1.100

Exportquote
ca. 60 %

F&E-Quote
ca. 7 % (2020)

Die Thermik Gerätebau GmbH gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Schutztemperaturbegrenzern auf Bimetall-Basis und Halbleitern zum Schutz vor Überhitzung elektrischer Geräte und Wicklungen. In Europa, Asien und Amerika verzeichnet Thermik jeweils einen Marktanteil von rd. 50 %, in Deutschland sogar von 70 %. Thermik verfügt unter allen Anbietern über die weitaus größte und modernste Produktpalette.

Das Portfolio umfasst ein breites Sortiment an Temperaturbegrenzern, PTC-Motorschutzfühlern/Kaltleitern und PTC-Heizelementen. Die Produkte kommen hauptsächlich in elektrischen Antrieben, Elektromotoren und Transformatoren für die Hausgeräteindustrie sowie in Spezialanwendungen für den Kfz-Sektor zur Anwendung. Ihre Aufgabe besteht darin, Komponenten und Endgeräte vor Überhitzung durch Überbeanspruchung zu schützen. Der Kundenstamm besteht größtenteils aus international agierenden Zulieferern der Hausgeräte-, Automobil- und Luftfahrtindustrie. Mit den meisten Abnehmern bestehen langfristige Kooperationen. So generiert Thermik allein 25 % des Umsatzes durch kundenspezifische Lösungen.

Insgesamt investiert das Unternehmen jährlich ca. 7 % des Umsatzes in F&E. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Vergrößerung der Angebotsvielfalt. So erfährt die Produktpalette jährlich eine Erweiterung um vier bis fünf neue Anwendungen. Das sind weit mehr Neuheiten als bei allen Wettbewerbern zusammengenommen. Generell ist die Entwicklungsstrategie auf Vertiefung ausgerichtet. Technologische Schwerpunkte liegen in der Miniaturisierung unter Beibehaltung der Leistungsfähigkeit und auf Anforderungssteigerungen bei gleicher Baugröße. Die Position als weltweiter Nischen-und Technologieführer sichert sich Thermik durch seinen Know-how-Vorsprung und eine Vielzahl von Patenten. So sind derzeit über 1.100 nationale und internationale Patente eingetragen. Im internationalen Branchenvergleich hält Thermik über 80 % aller Patente.

Peter Hofsaess gründete das Unternehmen 1968 in Pforzheim und begann mit der Herstellung von Schmelzsicherungen für die Elektroindustrie. Der Umstieg auf die Entwicklung und Produktion von Temperaturbegrenzern begann im dritten Jahr nach der Unternehmensgründung. Im Laufe der 1970er-Jahre meldete der Betrieb erste Patente an und brachte mit dem W1000 einen Temperaturbegrenzer auf den Markt, der durch eine 2-Scheiben-Konstruktion das bis dahin vorhandene Problem der Eigenerwärmung löste.

Von da an waren v. a. kundenspezifische Lösungen für zahlreiche Marktführer der Wachstumsmotor von Thermik. Mit dem Erwerb der Firma „Keramische Bauelemente“ im thüringischen Hermsdorf im Jahr 1991 gewann das Unternehmen wichtiges Know-how im Halbleiter- und Sensorbereich. In der Folge baute Thermik seine Position durch die Entwicklung neuer Produkte wie dem ersten selbsthaltenden Wicklungsschutzschalter P1 auf PTC-Basis im Jahr 1995 oder dem vollautomatisch hergestellten Temperaturbegrenzer M1 im Jahr 1998 aus. Zusätzlich wurden alle bereits vorhandenen Spitzenprodukte überarbeitet und im Wirkungsgrad verbessert. In jedem Jahr kamen weitere Neuentwicklungen hinzu, von denen viele Meilensteine in der Technologieentwicklung von Temperaturbegrenzern darstellen.

2010 entwickelte Thermik eine neue Hochtemperaturserie mit einer Leistungsfähigkeit bis zu 250 °C. Der 2012 entwickelte XO ist der stärkste Schalter im In-Winding-Bereich. Der XH-Schalter aus dem Jahr 2013 ist der weltweit leistungsstärkste Temperaturbegrenzer, da durch elektronische Lichtbogenlöschung die Leistungsfähigkeit enorm gesteigert werden konnte. 2018 wird mit der SMD-Ausführung 01 der erste vollautomatisch applizierbare Schalter für Leiterplatten herausgebracht. 2020 folgt dann mit dem Q6 der erste Einmalschalter auf Bimetallbasis. Alle Neuentwicklungen sind patentiert. Thermik beschäftigt an den Produktionsstandorten in Sondershausen (Deutschland), Sibiu (Rumänien), Kuala Lumpur (Malaysia) und New Bern (USA) insgesamt 900 Mitarbeitende. Für 2020 wird ein Umsatz von rd. 40 Mio. Euro erwartet, davon entfallen ca. 60 % auf den Export. Seit 1992 liegt die Firmenleitung und seit 2006 die alleinige Geschäftsleitung des Familienunternehmens bei Marcel P. Hofsaess, dem Sohn des Gründers. Mit der Werkzusammenlegung sowie der Verlagerung der Konzernzentrale von Baden-Württemberg nach Thüringen im Jahr 2011 wurde das Unternehmen erfolgreich für die Zukunft ausgerichtet. Der beste Beweis dafür ist, dass seit der Verlagerung dreimal so viele Patente angemeldet wurden wie im Vergleichszeitraum davor.

Thermik verfügt über vier Produktionsstätten auf drei Kontinenten.

Kontakt

Thermik Gerätebau GmbH
Salzstr. 11
99706 Sondershausen

Fon: 03632 5412-0
Fax: 03632 5412-49100

infothermik.de
www.thermik.de

Ansprechpartnerin Presse

Filiz Bahtiyar
Fon: 03632 5412-155
Filiz.Bahtiyarthermik.de

Die Zentrale der Thermik Gerätebau GmbH befindet sich seit 2011 in Sondershausen.
Kundenspezifische Lösungen von Thermik
Typische Standardanwendungen im Wicklungsschutzbereich
Thermik generiert allein 25 % des Umsatzes durch kundenspezifische Lösungen.
Marcel P. Hofsaess ist Inhaber und alleiniger Geschäftsführer der Thermik-Gruppe.
Im hohen Maße automatisierte Produktionsprozesse gewährleisten gleichbleibende Qualität bei über 100 Mio. produzierten Einheiten pro Jahr.

Chronologie

1968
Peter Hofsaess gründet das Unternehmen in Pforzheim.

1984
Gründung der Thermik Cooperation/USA

1990
Gründung der Thermik Thüringen GmbH

1991
Mit dem Erwerb der „Keramischen Bauelemente“ in Hermsdorf in Thüringen gewinnt Thermik Know-how im Halbleiter- und Sensorbereich.

1992
Gründung der Thermik Technologies sdn./Malaysia

1995
Mit dem P1 wird der erste selbsthaltende Hybridschalter für den internen Wicklungsschutz herausgebracht.

1998
Mit dem M1 wird der bis heute einzige Temperaturbegrenzer auf den Markt gebracht, bei dem alle Arbeitsschritte vollautomatisch erfolgen.

2003
Gründung des Produktionswerks Thermik Transylvania in Sibiu/Rumänien

2010
Thermik wird unter die 100 innovativsten deutschen Mittelstandsunternehmen gewählt.

2013
Thermik erhält die CrefoZert-Auszeichnung für hervorragende Bonität, seitdem jährlich.

2014
Thermik findet Aufnahme im Lexikon der deutschen Weltmarktführer.

2019
Thermik erhält zum 10. Mal in Folge die Auszeichnung TOP 100, das Gütesiegel der 100 erfolgreichsten deutschen Mittelstandsunternehmen.

„Keine Innovation setzt sich ohne Qualität durch. Die Mutter der Qualität aber heißt Disziplin.“ Marcel P. Hofsaess

Einfach erklärt: Temperaturbegrenzer

Temperaturbegrenzer sind Bauelemente, die in elektrischen Komponenten und Endgeräten zum Schutz vor Überhitzung durch Überbeanspruchung zum Einsatz kommen. Ein Temperaturbegrenzer ist zumeist in Reihe zu einem elektrischen Verbraucher geschaltet und trägt in sich zwei Kontakte: einen stationären und einen beweglichen. Letzterer ist an einer beweglichen Bimetall- oder sonstigen Federscheibe angebracht. Bei Erreichen einer maximal zulässigen Temperatur im Verbraucher löst das kontakttragende Bimetall durch Formänderung schlagartig den beweglichen Kontakt vom stationären Kontakt. Durch diese Kontaktunterbrechung wird das zu schützende Gerät zum Stillstand gebracht. Nach einer Abkühlungsphase wird der Kontakt von alleine wieder zurückgeschaltet und das Gerät arbeitet weiter. Bis Anfang der 1970er-Jahre gab es nur Temperaturbegrenzer, die sich selbst erwärmten. Thermik brachte mit dem W1000 im Jahr 1973 den ersten Schalter auf den Markt, der dieses Grundproblem löste. Es folgten weitere Innovationen in der von Thermik entwickelten Rundbauform. Unter anderem auch die Reihe 01, der erste knopfzellenartig aufgebaute Temperaturbegrenzer, welcher bis heute in den weltweit meisten Varianten angeboten wird. Mit dem P1 wurde 1995 der erste Temperaturbegrenzer vorgestellt, mit dem es gelang, einen PTC-Halbleiter direkt im Schaltwerk zu integrieren. PTC ist eine stromleitende Komponente, die bei tieferen Temperaturen eine bessere Leitfähigkeit besitzt. Da er heizt und regelt und somit den Schaltmechanismus des Bimetalls kontrolliert, kann der P1 als erster „intelligenter“ Temperaturbegrenzer bezeichnet werden. Mit dem M1 folgte drei Jahre später der bis heute einzige Temperaturbegrenzer, bei dem alle Arbeitsschritte vollautomatisch erfolgen. Ein weiteres Beispiel für die Innovationskraft von Thermik ist die Ausweitung der Temperaturbegrenzungen bei Standardprodukten auf bis zu 250 °C, während die Obergrenze herkömmlicher Produkte bereits bei 180 °C erreicht ist.

Schon gewusst?

In Europa gibt es keinen lebenden Erfinder, der auf einem einzigen Gebiet mehr Erfindungen patentiert erhielt wie der Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer von Thermik, Marcel P. Hofsaess. Thermik hält mehr Patente als alle Wettbewerber zusammengenommen.