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Roeckl

München, Bayern

Daten und Fakten

Inhaberfamilie
Familie Roeckl in 6. Generation

Gründer
Jakob Roeckl, 1839, München

Branche
Lederwaren & Textilien

Vertrieb
15 Boutiquen, internationaler Vertrieb an Lederwaren-Fachhandel, Mode- und Warenhäuser, Shop-in-Shop-Flächen und Corners, Online-Shop

Mitarbeitende
ca. 300 in ganz Europa

Umsatz
ca. 18 Mio. Euro

Familieneinfluss
inhabergeführt

Unternehmensanteile der Familie
100 % in Familienhand

Ausbildungsquote
10 %

Auszeichnungen
Deutscher Schuh- und Lederwarenpreis (2008); INNOVATIONSPREIS-IT für Roeckl Intelligence (Initiative Mittelstand, 2012); Leadership Award für Annette Roeckl (2013); German Design Award (2010); Kundenliebling (Focus Money, 2019, Silber); Top-Arbeitgeber im Mittelstand (yourfirm, 2019)

Die Roeckl Handschuhe und Accessoires GmbH & Co. KG ist als Hersteller von Handschuhen und Accessoires im Premiumsegment positioniert. Neben Handschuhen umfasst das Portfolio Taschen, Kleinlederwaren sowie Seidentücher und Strickaccessoires. Mit über 300 Mitarbeitenden erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rd. 18 Mio. Euro. Der Vertrieb erfolgt über 15 eigene Boutiquen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, den internationalen Lederwaren-Fachhandel sowie Mode- und Warenhäuser weltweit. In der rumänischen Stadt Timisoara unterhält das Unternehmen eine eigene Produktionsstätte für Lederhandschuhe und in Sebes werden die Handtaschen produziert.

Die geschäftsführende Gesellschafterin Annette Roeckl leitet das inhabergeführte Traditionsunternehmen in der 6. Generation. Der Handschuhmachermeister Jakob Roeckl legte 1839 mit dem Bau eines Ladens und einer Werkstatt in München den Grundstein für den Familienbetrieb. Er konzentrierte sich auf die Herstellung edler Handschuhe für Damen und Herren der gehobenen Gesellschaft und beeinflusste damit die Ausrichtung der Firma bis heute. Als sein Sohn Christian Roeckl in der 2. Generation 1867 übernimmt, richtet er die ersten eigenen Verkaufsfilialen ein. Nach ihm folgt Heinrich Anton, der das Unternehmen im Jahr 1893 zum „Königlich Bayerischen Hoflieferanten“ macht und im Folgenden u. a. König Ludwig II. und Kaiserin Sisi von Österreich beliefert. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg lag schließlich in den Händen von Dr. Heinrich Franz Roeckl, der das Unternehmen 1966 an seinen Sohn Stefan in 5. Generation übergab. Unter seiner Leitung entstanden ein neu patentierter Handschuhschnitt und die Erweiterung des Sortiments um Strickaccessoires. 2003 teilt er das Unternehmen in Roeckl Sport und Roeckl Handschuhe & Accessoires. Annette Roeckl übernimmt die Verantwortung für das Premiumsegment und die Fortführung des traditionsreichen Handwerks.

Die Unternehmenskultur ist v. a. von einem ausgeprägten Ausbildungswesen gekennzeichnet, das neben den Auszubildenden auch den Mitarbeitenden Schulungen und Weiterbildungen anbietet. Annette Roeckl hat auch das Berufsbild des Handschuhmachers in Deutschland wiederbelebt. In der eigenen Werkstatt werden seit 2008 wieder Handschuhmacher und Feintäschner ausgebildet.

Kontakt

Roeckl Handschuhe und Accessoires
GmbH & Co. KG
Isartalstr. 49
80469 München

Fon: 089 72969-0

welcomeroeckl.com
www.roeckl.com

Seit ihrer Gründung im Jahr 1839 gilt die Marke Roeckl als Synonym für feinste Lederhandschuhe und Premium-Accessoires.
Die Gesellschafterin und Geschäftsführerin Annette Roeckl ...
... setzt sich auch für den Erhalt des Berufs des Handschuhmachers ein.
Ein Klassiker: ROECKL Driver Handschuhe für Damen und Herren

Chronologie

1839
Der Handschuhmachermeister Jakob Roeckl eröffnet Laden und Werkstätte in München.

1870
Christian, der Sohn Jakob Roeckls, errichtet am Stadtrand von München ein Fabrikgebäude und erste Verkaufsfilialen u. a. in Berlin, Frankfurt und Köln.

1890
Nach dem Tod des Vaters übernimmt Heinrich Roeckl die Führung, initiiert weitere Filialgründungen und den Export nach Amerika.

1948
Unter Leitung von Dr. Heinrich Franz Roeckl werden die Leder- und Handschuhproduktion sowie das Filialnetz wiederaufgebaut.

1970
Übernahme der Unternehmensführung durch Stefan Roeckl; Neubau der Zentrale im Münchener Süden am Roecklplatz; Gründung der rumänischen Produktionsstätte Roeckl Romania

2003
Trennung des Unternehmens in Mode und Sport; Annette Roeckl übernimmt die Geschäftsleitung des Premiumsegments.

Neben Handschuhen umfasst das Portfolio von Roeckl u. a. Taschen und Tücher.
„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern das Weitertragen der Glut.“ Annette Roeckl 

(frei nach Thomas Morus)

Die Kunst des Handschuhmachers

 

Im 19. Jahrhundert waren Damenhandschuhe bei Bällen nahezu obligatorisch, und auch bei Männern drückten Handschuhe modisches Bewusstsein aus. Dies führte zu einer Blüte des Handschuhmacher-Handwerks, das auch Jakob Roeckl beherrschte. Als Königlich Bayerischer Hoflieferant zählte er viele bekannte Persönlichkeiten zu seinen Kunden – darunter König Ludwig II. und die Kaiserin Sisi. Auch heute noch zählen internationale Stars zu den Kunden des Traditionsbetriebs. Immer noch werden die meisten Qualitätshandschuhe je nach Modell in bis zu elf Schritten von Hand gefertigt. Der Handschuhmacher schneidet sie Stück für Stück im sog. Tafelschnitt einzeln aus den Ledern. Dabei zieht er das Leder mit kräftigem Griff über die Tischkante. Die endgültige Form wird einzeln ausgestanzt und auf Dehnbarkeit und Geschmeidigkeit überprüft. Ein Paar Roeckl Peccary-Handschuhe wird z. B. aus bis zu 24 Einzelteilen mit über 2.000 Stichen per Hand genäht. Die von Roeckl verwendeten Handschuhleder stammen dabei ausschließlich von Tieren, die der menschlichen Ernährung dienen.