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MEWA

Wiesbaden, Hessen

Daten und Fakten

Inhaberfamilie
Familie Gebauer in 3. Generation

Gründer
Hermann Gebauer, 1908, Ostritz-Altstadt bei Görlitz

Branche
Textil-Management

Standorte
45 Standorte in 13 europäischen Ländern

Mitarbeitende
5.600 (2018)

Umsatz
704 Mio. Euro (2018)

Marktposition
Marktführer im Segment Putztücher sowie einer der Marktführer im Segment Berufs- und Schutzkleidung

Familieneinfluss
inhabergeführt durch Gabriele Gebauer und Rolf Beisse, familienfremde Geschäftsführung

Auszeichnungen
Finalist beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte/Dienstleistungen“ (Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V.), 2015 Weltmarktführer im Bereich Putztuchservice (Verlag Deutsche Standards), 2019 Marke des Jahrhunderts im Bereich Textilservice (Zeitverlag)

Die MEWA Textil-Service AG & Co. Management OHG bietet Textil-Management, d. h. Dienstleistungen im Bereich Berufs- und Schutzkleidung sowie für Putztücher. Der Service umfasst das Bereitstellen, Bringen, Holen und Pflegen der Textilien sowie das Instandhalten und Ersetzen bei Verschleiß. Die Tücher werden in der Weberei des Unternehmens, in Immenhausen bei Kassel, hergestellt. Nach eigenen Angaben gehört MEWA im Segment Putztücher sowie Berufs- und Schutzkleidung zu den Marktführern in Deutschland und Europa.

MEWA erzielte mit 5.600 Mitarbeitenden an 45 Standorten in Europa im Jahr 2018 einen Umsatz von 704 Mio. Euro. Die Kunden werden von den Standorten aus dezentral mit Textilien im Full Service betreut. Artikel für Arbeitsschutz und technischen Bedarf können per Katalog oder Internet bestellt werden. In 3. Generation ist die Familie Gebauer an der Leitung der Unternehmensgruppe mit Verwaltungssitz in Wiesbaden beteiligt. Als Gesellschafter fungieren die MEWA Textil-Service AG und die Gabriele Gebauer MEWA Stiftung. Die Geschäftsführung teilen sich die Vorstandsmitglieder Michael Kümpfel, Bernhard Niklewitz, Ulrich Schmidt und Hans Peter Weidling.

Der Name MEWA ist ein Akronym des ursprünglichen Firmennamens Mechanische Weberei Altstadt GmbH. Hermann Gebauer gründete das Unternehmen 1908 in Ostritz-Altstadt und bot die Produktion und Wäsche von Putztüchern an, für die zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei zunehmendem Maschineneinsatz in Industrie und Gewerbe wachsender Bedarf bestand. Nach dem Tod des Gründers trat 1953 seine Frau Charlotte an die Unternehmensspitze. 1965 wurde der Verwaltungssitz an den heutigen Standort Wiesbaden verlegt, drei Jahre später erweiterte MEWA sein Angebot um einen Service für Berufsbekleidung. In den 1970er-Jahren führte die steigende Nachfrage zu einer zunehmend industriellen Bearbeitung der Textilien. Zudem begann die internationale Expansion des Unternehmens: 1974 wurde in Belgien die erste Auslandsniederlassung gegründet, wenig später erwarb MEWA Unternehmen in Österreich und Frankreich. 1980 übernahm Gabriele Gebauer, die Enkelin des Gründers, gemeinsam mit ihrem Ehemann Rolf Beisse die Leitung des Unternehmens. Sie erweiterten das Portfolio des Unternehmens um Berufs- und Schutzkleidung, Fuß- und Ölauffangmatten, Handtuchrollen und Artikel für den Arbeitsschutz.

Nachhaltiges Wirtschaften gehört für MEWA zu den Grundlagen der Unternehmensführung. Als Erster der Branche führte MEWA 1992 ein auf ISO 9001 basierendes Qualitätsmanagement ein: Konsequente Ausrichtung auf Kunden und Märkte, maximale Qualität der Dienstleistungen, ständige Optimierung der Produkte, hohe Qualifikation und Motivation der Mitarbeitenden und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferanten sollen die Basis aller Unternehmensaktivitäten bilden. MEWA fördert den Qualitätsaspekt durch Kooperationen mit Hochschulen und Verbänden.

MEWA ist Mitglied im Deutschen Textilreinigungs-Verband und im Branchen-Arbeitgeberverband intex und vergütet die Mitarbeitenden entsprechend den abgeschlossenen Tarifverträgen. Dabei liegen die Löhne deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn. Darüber hinaus werden Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes kontinuierlich überprüft und verbessert. Dazu gehört auch die größtmögliche ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen, wie z. B. die Umrüstung aller Nähtische auf Steharbeitsplätze: Um Rückenbeschwerden vorzubeugen, entwickelte MEWA im Rahmen eines Forschungsprojekts höhenverstellbare Arbeitsplätze für die Näherinnen, die eine dynamisch freie Bewegung zulassen.

Kontakt

MEWA Textil-Service AG & Co.
Management OHG
John-F.-Kennedy-Str. 4
65189 Wiesbaden

Fon: 0611 7601-0
Fax: 0611 7601-306

infomewa.de
www.mewa.de

Das Prinzip Textilsharing: MEWA stattet mehr als 1,1 Mio. Menschen mit Berufs- und Schutzkleidung aus und wäscht über eine Milliarde Putztücher jährlich.
Gabriele Gebauer, die Enkelin des Gründers, und ihr Ehemann Rolf Beisse stehen mit an der Spitze der MEWA Gruppe.
Von der Zentrale in Wiesbaden aus koordiniert MEWA die Aktivitäten an allen Firmenstandorten.
Kreislauf der Mehrwegputztücher: Nutzen, ...
... Waschen, ...
... Kontrollieren, ...
... Bringen
MEWA Berufsbekleidung wird in modernen Betrieben gepflegt, überprüft und für die Auslieferung vorbereitet.

Chronologie

1908
Hermann Gebauer gründet die Mechanische Weberei Altstadt GmbH (MEWA) in Ostritz-Altstadt bei Görlitz.

1968
MEWA realisiert eine neue Idee aus den USA: Berufskleidung im Servicepaket.

1974
Gründung der ersten Auslandsniederlassung in Belgien

1980
MEWA setzt erstmals Wärmetauscher und Blockheizkraftwerke ein.

1989
MEWA richtet eine eigene Abteilung Produktentwicklung ein.

1998
Aufbau eines europaweiten Handels mit Artikeln für den Arbeitsschutz und technischen Bedarf

2002
Das internationale Prüfverfahren ISO 15797 für industriell waschbare Berufskleidung – durch MEWA angeregt – wird verabschiedet.

2008
MEWA feiert 100-jähriges Jubiläum und blickt stolz auf die Entwicklung des Familienunternehmens und sein kontinuierliches, erfolgreiches Wachstum zurück.

2014
Mehr als eine Million Menschen gehen inzwischen in MEWA Kleidung zur Arbeit.

2017
Eine Milliarde Tücher wäscht MEWA jetzt jährlich. Und bringt eine innovative Berufskleidung in modischer Optik auf den Markt: MEWA Dynamic macht jede Bewegung mit.

2019
MEWA eröffnet in Weil im Schönbuch den modernsten Betrieb zum Waschen von Berufskleidung in Europa.

Hermann Gebauer gründet 1908 die Mechanische Weberei Altstadt GmbH (MEWA) ...
... in Ostritz-Altstadt.
„Wir dekorieren uns nicht mit Werten, wir leben sie. Sie sind unsere Orientierung für unser Handeln. Sie verleihen uns die Kraft, voranzukommen und zu wachsen. Sie motivieren uns, Ideen in die Tat umzusetzen. Sie lassen unsere Leistung glänzen.“ Gabriele Gebauer und Rolf Beisse

Hermann Gebauer – Pionier der Putztücher

Als Hermann Gebauer 1908 in Ostritz-Altstadt in Sachsen die „Mechanische Weberei Altstadt GmbH” gründete, bot er eine völlig neue Dienstleistung an: Er produzierte mit 20 Mitarbeitenden Putztücher für die Reinigung von Maschinen und Anlagen. Der Slogan des jungen Unternehmens lautete: „Textilien weben, waschen und bei Verschleiß ersetzen“ – ein Konzept, das im Grundsatz bis heute gültig ist. Die Idee kam Hermann Gebauer als Antwort auf die teure, aber damals gängige Praxis, Maschinen mit Putzlumpen oder Putzwolle zu reinigen und diese danach im Heizkessel zu verbrennen. Die Nachfrage nach den neuen Produkten war gegeben. Öle und Fette machten den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Fabriken das Leben schwer. Daher stieg im Zuge der Industrialisierung der Bedarf an Reinigungsmaterial kontinuierlich an. Die Idee war so erfolgreich, dass Hermann Gebauer noch im Gründungsjahr seinen ersten Großkunden akquirierte: die Königlich Sächsische Staatseisenbahn, das größte Unternehmen in Sachsen.

In den 1920er-Jahren zählten auch die Reichsbahn, Siemens, AEG, Bayer, Henschel oder die Leuna-Werke zu den namhaften Kunden. Nachdem die Putztücher anfänglich noch von kooperierenden Wäschereien gesäubert wurden, eröffnete Hermann Gebauer in den 1920er- und 1930er-Jahren eigene Wäschereibetriebe. MEWA expandierte und gründete bis zum Zweiten Weltkrieg 14 Betriebe in Deutschland und Österreich. 1.200 Mitarbeitende kümmerten sich um 18.000 Industrie- und Gewerbebetriebe. 1945 baute Hermann Gebauer von Nürnberg aus die zerstörten Niederlassungen in Nürnberg, München, Neu-Isenburg, Mönchengladbach, Stuttgart und Hamburg wieder auf. Neben alten Stammkunden wie den Volkswagenwerken und der Reichsbahn, die jetzt Bundesbahn hieß, gewann MEWA auch neue Kunden wie Zeitungsverlage. Hermann Gebauer leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod am Neujahrstag 1953 mit 75 Jahren.

Konsequente Ressourcenschonung

Durch eigene technische Entwicklungen hat MEWA daran mitgewirkt, den Stand der Umwelttechnik in der Branche kontinuierlich zu verbessern. Ein spezielles Wiederverwertungssystem für das Spül- und Waschwasser reduziert den Wasserverbrauch gegenüber herkömmlichen Waschverfahren um bis zu 50 %. Eine mehrstufige Rückgewinnung der Wärme aus den Wasch- und Trocknungsanlagen mittels Wärmetauscher senkt den Energieverbrauch für das Aufheizen von Wasser und Betriebsräumen. Im Jahr spart MEWA dadurch mehrere Mio. l Heizöl. Durch die thermische Verwertung ausgewaschener Schmutzstoffe – vorwiegend Altöle aus Putztüchern – deckt MEWA bis zu 80 % des Energiebedarfs für Trockner- und Waschstraßen bei der Bearbeitung von Putztüchern. In der Abwasseraufbereitung erreicht MEWA einen Grad von 99,8 % und damit einen höheren als behördlich vorgeschrieben. Bereits 1997 erhielt das Unternehmen das international gültige Umweltzertifikat nach ISO 14001 – damals als erstes seiner Branche.

Schon gewusst?

Mieten statt kaufen, nutzen statt besitzen – mit dem Businessmodell Textilsharing versorgt MEWA seit über einem Jahrhundert Unternehmen mit Textilien. Das Prinzip entlastet, spart Ressourcen und schont die Umwelt:

  •   Bis zu 50 Mal verrichtet ein MEWA Putztuch seinen Dienst in Werkstatt und Produktion.
  •   50 % Wasser spart MEWA gegenüber herkömmlichen Waschverfahren – durch technisches Know-how und die Wiederverwertung von Spül- und Waschwasser.
  •   83 t Flusen entstehen jährlich beim Weben der Tücher. Aus diesem Wertstoff entsteht Dämmmaterial für die Automobilindustrie.
  •   7 Mio. l Öl und Fette werden pro Jahr aus den benutzten Putztüchern ausgewaschen und zum Beheizen der Wasch- und Trocknerstraßen genutzt.