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Messer

Bad Soden, Hessen

Daten und Fakten

Inhaberfamilie
Familie Messer in 3. und 4. Generation

Gründer
Adolf Messer, 1898, Frankfurt a. Main

Branche
Spezialist für Industrie, Medizin- und Spezialgase sowie Gasgemische und Gaserzeugung

Produkte
Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Kohlendioxid, Wasserstoff, Helium, Schweißschutzgase, Spezialgase, Lebensmittelgase, Medizingase und viele verschiedene Gasgemische

Standorte
Messer ist in den relevanten Märkten in Europa, Asien und Amerika vertreten

Mitarbeitende
über 11.000 (2019)

Umsatz
über 3 Mrd. Euro inkl. der at-Equity-konsolidierten Messer Industries GmbH (2019)

Marktposition
größtes eigentümergeführtes Industriegaseunternehmen weltweit

Familieneinfluss
Stefan Messer ist geschäftsführender Gesellschafter der Messer Group GmbH

Unternehmensanteile der Familie
100 % an Messer Group

Literatur
J. Lesczenski: 100 Prozent Messer – Die Rückkehr des Familienunternehmens 1898 bis heute (2007, 2. Auflage 2019)

Messer, vor über 120 Jahren gegründet, ist heute der weltweit größte familiengeführte Industriegasespezialist. Das Portfolio des Familienunternehmens ist ebenso vielfältig wie die Anwendungen: Die Produkte und Technologien kommen in fast allen Industriebranchen, in der Lebensmittelindustrie, in der Medizin sowie in Forschung und Wissenschaft zum Einsatz. Messer ist in den relevanten Märkten in Europa, Asien und Amerika vertreten und beschäftigt über 11.000 Mitarbeitende. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 3 Mrd. Euro inkl. der at-Equity-konsolidierten Gesellschaften.

Miteigentümer Stefan Messer leitet das Unternehmen als CEO in 3. Generation. Sein Sohn Marcel Messer ist im Mai 2018 in das Unternehmen eingetreten und fungiert als Berater der Geschäftsführung. Die Firmenleitung wird von zwei langjährigen erfahrenen Mitarbeitern von Messer komplettiert. Zudem berichtet ein Senior Advisory Board, bestehend aus der Geschäftsführung und einem Managerstab, über laufende Geschäftsaktivitäten. Ein Aufsichtsrat überwacht die Geschäfte.

Messer arbeitet nach fest definierten Grundsätzen und Prinzipien. Das Unternehmen engagiert sich für Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und für den Umweltschutz, die Verbesserung der Energieeffizienz seiner Anlagen und für einen nachhaltigen Handel. Außerdem setzt sich die Familie Messer für Chancengleichheit, Diversität und ein respektvolles Miteinander ein. So soll die Tradition verantwortungsvoll fortgeführt werden.

1898 legte Adolf Messer den Grundstein für das heutige Unternehmen. In Frankfurt a. Main produzierte er zunächst Acetylenentwickler und Beleuchtungskörper. Sein Sohn Hans übernahm das Unternehmen 1953. Nachdem das Wachstum in den 1960er-Jahren an interne Grenzen gestoßen war, fusionierte Messer 1965 mit einer Tochtergesellschaft der Hoechst AG zur Messer Griesheim GmbH. Zwar hatte Hoechst eine Zweidrittelmehrheit an dem neuen Unternehmen, doch die Familie Messer sicherte sich dauerhaft ihren Einfluss. Zum einen übernahm Hans Messer die Geschäftsführung, zum anderen gestand der Fusionsvertrag der Familie weitreichende Rechte zu. Nachdem das Unternehmen in den 1990er-Jahren eine schwere Krise durchlebte, veräußerte die Hoechst AG 2001 ihre Beteiligung an Finanzinvestoren, die das Portfolio strafften und so die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellten.

Das Unternehmen gelangte 2004 schließlich wieder vollständig in die Hände der Familie Messer. Unter Führung von Stefan Messer, dem Enkel von Adolf Messer, erwarb sie alle Anteile an der Holding-Gesellschaft von den Finanzinvestoren zurück und veräußerte im gleichen Zuge die Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien und den USA. Damit verbunden war ein vertragliches Wettbewerbsverbot, was dazu führte, dass Messer erst seit 2008 in Deutschland wieder unter eigenem Namen Gase produzieren und vertreiben darf. Seit 2005 ist auch der Bereich Schweiß- und Schneidtechnik, an dem zwischenzeitlich mehrheitlich ein Finanzinvestor beteiligt war, wieder komplett in Familienbesitz.

Die 2004 formulierten Ziele konnten bis heute erreicht werden: Messer investierte dafür über eine Milliarde Euro in neue Produktionsstandorte für eine weitgehend eigenständige, unabhängige Produktversorgung in Europa. In China gelang eine Umsatzsteigerung von 47,52 Mio. Euro im Jahr 2004 bis auf 497 Mio. Euro im Jahr 2018.

Messer hat durch das Joint Venture Messer Industries GmbH im März 2019 gemeinsam mit CVC Capital Partners Fund VII („CVC“) den überwiegenden Teil des Gasegeschäfts der Linde AG in Nordamerika sowie einzelne Geschäftsaktivitäten von Linde und Praxair in Südamerika übernommen. Insgesamt investierte Messer Industries rd. 3,2 Mrd. Euro. Messer brachte den überwiegenden Teil seiner westeuropäischen Gesellschaften in das Joint Venture ein.

Kontakt

Messer Group GmbH
Messer-Platz 1
65812 Bad Soden/Taunus

Fon: 06196 7760-0
Fax: 06196 7760-442

infomessergroup.com
www.messergroup.com

Ansprechpartnerin Communications

Diana Buss, SVP Corp. Com.
Fon: 02151 7811-251
diana.bussmessergroup.com

Stefan Messer ist geschäftsführender Gesellschafter, ...
... sein Sohn Marcel Messer ist Referent der Geschäftsleitung.
Die internationale Unternehmenszentrale von Messer befindet sich im Stadtkern von Bad Soden am Taunus.
Messer produziert Sauerstoff, Stickstoff und Argon in Luftzerlegungsanlagen.
Industriegase sind in der Produktion alltäglicher Gegenstände so wichtig wie Wasser und Strom.
Messer vertreibt Gase nicht nur in Tankwagen, sondern auch ...
... in Flaschenbündeln, wie etwa dem für sein Produktdesign mit dem Red Dot Award ausgezeichneten Flaschenbündel MegaPack.

Chronologie

1898
Gründung der Frankfurter Acetylen-Gas-Gesellschaft Messer & Cie. durch Adolf Messer

1953
Mit Hans Messer übernimmt die 2.  Generation das Unternehmen.

1965
Fusion mit Teilen der Knapsack-Griesheim AG, einer Tochter der Hoechst AG, zur Messer Griesheim GmbH

1992
Ausgliederung der Schweiß- und Schneidtechnik (Messer Cutting & Welding AG)

1999
Unter der Leitung von Stefan Messer fällt die Messer Cutting & Welding AG zurück in Familienbesitz und wird in eine GmbH umgewandelt.

2001
Übernahme der Zweidrittelmehrheit an der Messer Griesheim GmbH durch Finanzinvestoren

2004
Rückerwerb aller Anteile: Messer ist wieder zu 100  % im Besitz der Familie Messer.

2008
Rückkehr auf den deutschen Heimatmarkt

2011
Einzug in die gemeinsame Unternehmenszentrale in Bad Soden am Taunus

2018
120. Jubiläum von Messer; Marcel Messer tritt ins Unternehmen ein.

2019
Messer Group erwirbt mit CVC Geschäftsteile von Linde in den USA, die Aktivitäten von Linde in Kanada, Brasilien, Kolumbien und von Praxair in Chile.

Adolf Messer gründete 1898 die Frankfurter Acetylen-Gas-Gesellschaft Messer & Cie. (Bild links).
Hans Messer übernahm in jungen Jahren die Unternehmensleitung.
„Messer ist und bleibt ein unabhängiges Familienunternehmen.“ Stefan Messer

Strategische Einbindung von Corporate Responsibility

Im Leitbild von Messer sind Kunden- und Mitarbeiterorientierung, verantwortliches Handeln, unternehmerische Verantwortung sowie offene Kommunikation, Vertrauen und Respekt verankert. Kurz nach der Rückführung aller Unternehmensanteile in den Familienbesitz im Jahr 2004 hat Stefan Messer persönlich eine Wertediskussion vorangetrieben, die in einer unternehmensweiten Vision und Mission sowie der Formulierung der Unternehmenswerte mündete.

Das nachhaltige Handeln des Unternehmens orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden und gründet auf gemeinsamer Verantwortung für Mensch, Umwelt und Fortschritt. Um diese Werte und die entsprechenden Entwicklungen messbar und vergleichbar zu machen, hat Messer im Jahr 2014 erstmals Key Performance Indicators (KPI) für Nachhaltigkeit eingeführt. Die Kernfelder sind die Unternehmenswerte, Kunden und Märkte, Klima- und Umweltschutz, Sicherheit, Mitarbeitende und die Gesellschaft. Seit Gründung der Messer Group GmbH verfolgt das Unternehmen langfristige Ziele, um wirtschaftlich unabhängig zu sein. Seit 2014 ist die unternehmerische Verantwortung in der Querschnittsfunktion Corporate Responsibility strategisch in den Geschäftsprozessen verankert. Die messbaren Ziele und Ergebnisse veröffentlicht Messer in jährlichen Nachhaltigkeitsberichten. In diesem Zusammenhang unterstützt Messer das Ziel seiner Kunden, die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Aktivitäten und Lieferketten zu prüfen und sicherzustellen.

Luftgase: Gewinnung, Speicherung und Transport

Luft ist ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, das die Atmosphäre unseres Planeten bildet. Sie besteht zu größten Teilen aus Stickstoff und Sauerstoff, aus einem kleinen Anteil Argon und weiteren Gasen in kleinsten Mengen. Um diese Gase zu gewinnen, nutzt Messer Luftzerlegungsanlagen, die über 60 m hoch sein können. In ihnen findet ein physikalischer Prozess statt, bei dem die Luft in ihre Bestandteile zerlegt wird. Dabei wird zunächst die Atemluft aus der Umgebung gefiltert, verdichtet und mit Kühlwasser vorgekühlt. Anschließend wird die Luft in einer Molsiebanlage getrocknet, von CO2 befreit und dann auf unter -175 °C abgekühlt und verflüssigt. In einer Trennkolonne erfolgt die Zerlegung in flüssigen oder gasförmigen Sauerstoff und Stickstoff und auch in flüssiges Argon.

In kleineren Mengen werden Gase in Druckgasflaschen gespeichert. Wenn Industriegase in großen Mengen benötigt werden, installiert Messer in den Betrieben seiner Kunden Tanks, in denen Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon oder flüssiges CO2 gespeichert werden. Das Gas wird in Tankfahrzeugen zum Kunden geliefert. Große Industrien, wie Stahlwerke oder Chemieunternehmen, benötigen so viel Gas, dass auf ihrem Gelände oft eine Luftzerlegungsanlage betrieben wird. Manchmal werden ein oder mehrere Großbetriebe auch über Pipelines mit Gasen versorgt. Je mehr Gase bei einem Verbraucher benötigt werden, umso geringer sollte die Entfernung zu dem Ort sein, an dem die Gase produziert werden. In der Regel werden Gase dort hergestellt, wo sie benötigt werden: in der Nähe von dicht besiedelten, industriellen Gebieten.

Schon gewusst?

Industriegase spielen bei alltäglichen Dingen eine wichtige Rolle. Sie sind in vielen Produktionsprozessen ebenso bedeutend wie Strom und Wasser. Als sprudelnde Bläschen in Getränken werden sie sichtbar – jedoch verstecken sie sich in vielen Produkten. Unter Schutzgas verpackte Kartoffelchips, Xenonscheinwerfer und Kryptontaschenlampen zeigen es offensichtlich, doch Gase werden beispielsweise auch bei der Herstellung von Papier, Speiseeis, Windrädern, Autos und Airbags, Fliesen und Keramik oder Wasserhähnen eingesetzt. Einblicke in die Vielfalt und den Nutzen von Gasen hält Messer für die breite Öffentlichkeit auf seiner Internetseite www.GasesforLife.de bereit.