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Haniel

Duisburg, Nordrhein-Westfalen

DATEN UND FAKTEN

INHABERFAMILIE
Familie Haniel

GRÜNDER
Jan Willem Noot, 1756, Ruhrort

BRANCHE
Investmentholding

STANDORTE
Holding in Duisburg, Standorte weltweit

VERTRIEB
weltweit

MITARBEITENDE
19.302 gruppenweit (2019)

UMSATZ
4,533 Mrd. Euro (2019)

MARKTPOSITION
Geschäftsbereiche international führend

FAMILIENEINFLUSS
über Aufsichtsrat Einfluss auf Geschäftspolitik

UNTERNEHMENSANTEILE DER FAMILIE
100 %

KONTROLLGREMIEN
Gesellschafterversammlung, Beirat, Aufsichtsrat

EIGENKAPITALQUOTE
58 %

Die Franz Haniel & Cie. GmbH ist ein führendes deutsches Family-Equity-Unternehmen, das seinen Sitz seit der Gründung im Jahr 1756 in Duisburg-Ruhrort hat. Von dort aus gestaltet die zu 100 % in Familienbesitz befindliche Holding ein diversifiziertes Portfolio und verfolgt dabei als Wertentwickler eine einzigartige Investment-Strategie, die eine konsequente Ausrichtung an Nachhaltigkeitskriterien mit klarer Performance-Orientierung vereint. Derzeit gehören sieben Geschäftsbereiche zum Haniel-Portfolio, die das operative Geschäft eigenständig verantworten und jeweils marktführende Positionen halten: BekaertDeslee, Hersteller von Matratzenbezugsstoffen und -hüllen, CWS, einer der international führenden Serviceanbieter von Hygiene- und Berufskleidungslösungen, Edelstahl- und Schrottrecycler ELG, Emma, Anbieter für Matratzen und Schlaf-Technologien, Optimar, weltweit führendes Unternehmen für automatisierte Fischverarbeitung, der Verpackungsmaschinenhersteller ROVEMA und TAKKT, in Europa und Nordamerika der führende B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung. Hinzu kommt eine Finanzbeteiligung an CECONOMY, führende europäische Plattform für Unternehmen, Konzepte und Marken im Bereich Consumer Electronics.

Die Haniel-Gruppe erzielte 2019 mit über 19.300 Mitarbeitenden einen Umsatz von 4,5 Mrd. Euro. Kapital und Management sind bei der Franz Haniel & Cie. GmbH klar voneinander getrennt: Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts übertragen die heute rd. 720 Gesellschafter die Unternehmensführung auf ein externes Management.

Eine Veräußerung der Anteile an Familienfremde ist nicht gestattet. Im langfristigen Mittel werden maximal 25 % der Gewinne an die Inhaber ausgeschüttet, die übrigen Gewinne werden für Investitionen eingesetzt. Die heutige Geschäftsführung besteht aus dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Schmidt und dem Finanzvorstand Dr. Florian Funck. Die Beteiligung der Inhaberfamilie, der achte Stämme zugerechnet werden, geschieht unter dem Prinzip der sog. „Professional Ownership“. Die Familienmitglieder können sich von ihrer Jugend an durch Seminare und Kontakttreffen auf mögliche zukünftige Ämter vorbereiten, z. B. im Aufsichtsrat. Jegliche Betätigung im Unternehmen – sogar ein Praktikum – ist hingegen untersagt. Über drei Stationen können Familienmitglieder in den Aufsichtsrat gelangen, durch den die Familie ihren Einfluss auf Grundsätze der Geschäftspolitik und Unternehmensstrategie wahrt. Zunächst wählt die Gesellschafterversammlung aus ihrer Mitte den für fünf Jahre amtierenden Beirat. Zudem wählt sie die sechs Anteilseignervertreter für den Aufsichtsrat, den sog. „Kleinen Kreis“, dem zusätzlich der Vorsitzende des Beirats angehört. Mit Doreen Nowotne und Patrick Schwarz-Schütte wurden auch zwei familienfremde Mitglieder aufgenommen. Die sechs Anteilseigner des „Kleinen Kreises“ bilden gemeinsam mit sechs Arbeitnehmervertretern den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz bis 2020 immer ein Familienmitglied innehatte. Im Mai 2020 übernahm Doreen Nowotne als erste Familienfremde und als erste Frau den Vorsitz des Aufsichtsrats von Franz M. Haniel. Der Generationswechsel im Aufsichtsrat unterstützt Haniels Ziel, sich von einer traditionellen Investmentholding zu einem modernen, mutigen und leistungsorientierten Family-Equity-Unternehmen zu entwickeln.

Die Wurzeln von Haniel reichen in das Jahr 1756 zurück, als Jan Willem Noot in Ruhrort ein Kontor- und Wohnhaus errichtete. Nachdem sein Schwiegersohn Jacob Wilhelm Haniel und seine Tochter Aletta das Kontor übernommen und eine Spedition etabliert hatten, zeichnete sich dessen Sohn Franz Haniel durch Pionierleistungen in der Entwicklung der Schwerindustrie im Ruhrgebiet aus. Seine Nachfahren führten das Unternehmen bis in die heutige, flexible und diversifiziert ausgelegte Form mit dem Kerngeschäft Portfoliomanagement.

KONTAKT

Franz Haniel & Cie. GmbH
Franz-Haniel-Platz 1
47119 Duisburg

Fon: 0203 806-0

infohaniel.de
www.haniel.de

ANSPRECHPARTNER PRESSE & ÖFFENTLICHKEIT

Simone Fuchs
Fon: 0203 806-578
sfuchshaniel.de

ANSPRECHPARTNER INVESTOR RELATIONS

Dr. Axel Gros
Fon: 0203 806-355
agroshaniel.de

Haniel ist seit 1756 in Duisburg-Ruhrort ansässig.
Der Franz-Haniel-Platz: Sitz der Haniel-Holding in Duisburg-Ruhrort
Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender
Dr. Florian Funck, Finanzvorstand
Doreen Nowotne, Aufsichtsratsvorsitzende

CHRONOLOGIE

1756
Der Zollbeseher Jan Willem Noot errichtet in Ruhrort ein Kontor- und Wohnhaus, dessen Speicher zum Lagern von Kolonialwaren genutzt wird.

1770er-Jahre
Schwiegersohn Jacob Wilhelm Haniel wandelt mit seiner Frau Aletta die Firma in eine Spedition um. Nach dem Tod ihres Mannes steigt Aletta Haniel in den Kohle- und Eisenhandel ein.

1790er-Jahre
Die Söhne Gerhard und Franz Haniel übernehmen schrittweise die Geschäftsleitung.

1834
Franz Haniel gelingt mit dem Durchstoßen der wasserführenden „Mergelschicht“ eine Pionierleistung im Bergbau. Er ist damit maßgeblich an der Entwicklung der Schwerindustrie im Ruhrgebiet beteiligt.

1917
Gründung der Franz Haniel & Cie. GmbH und seitdem Trennung von Kapital und Management

1970er-Jahre
Die Geschäftsinteressen konzentrieren sich auf Handel, Dienstleistungen und Produktion.

1980
Die Franz Haniel & Cie. wird Führungsholding. Alle operativen Geschäfte werden in Geschäftsbereiche ausgelagert.

2019
Transformation zu führendem deutschen Family-Equity-Unternehmen mit konsequent nachhaltiger Ausrichtung

2020
Mit Doreen Nowotne übernimmt erstmals seit 264 Jahren eine familienfremde und weibliche Aufsichtsratsvorsitzende die Leitung des Kontrollgremiums.

Das alte Packhaus in Duisburg, in dem sich heute das Haniel Museum befindet
Porträts von Aletta Haniel, Tochter des Firmengründers, und ...
... Franz Haniel, Enkel des Firmengründers
„enkelfähig: creating value for generations“ Firmenmotto

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG

Unternehmerische Verantwortung hat bei Haniel eine lange Tradition und wird als verpflichtende Konsequenz ökonomischen Erfolgs gesehen. Die Holding engagiert sich traditionell am Heimatstandort in Duisburg und leistet finanzielle, sachliche und ideelle Unterstützung in den Bereichen Standortverantwortung und Bildungsförderung – insbesondere für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Haniel befürwortet langfristige Projekte, die den Lebenswert der Stadt steigern, wie z. B. das alle zwei Jahre stattfindende „Haniel Klassik Open Air“, eine Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein, den Duisburger Philharmonikern und der Stadt Duisburg. Seit 1988 besteht die gemeinnützige Haniel Stiftung, die bis heute rd. 1.270 Projekte im Umfang von 35 Mio. Euro gefördert hat. Das Jahr 2019 stand dabei ganz im Zeichen der Weiterentwicklung des Projektes „Bildung als Chance“, das benachteiligte Schülerinnen und Schüler unterstützt. Darüber hinaus setzte sich die Haniel Stiftung dafür ein, die Werte des Ehrbaren Kaufmanns und des nachhaltigen Unternehmertums an junge Nachwuchsführungskräfte weiterzugeben.

ENKELFÄHIG: WERT SCHAFFEN FÜR GENERATIONEN

Das Family-Equity-Unternehmen Haniel schlägt mit seiner strategischen Neuausrichtung das nächste Kapitel auf: Nach der erfolgreichen finanziellen Konsolidierung geht Haniel wieder auf Wachstumskurs. Grundlage ist die Entwicklung einer modernen, unternehmerisch geprägten Kultur. Zudem wird Haniel sich künftig ausschließlich an Unternehmen beteiligen, die neben den Performance-Anforderungen an das Portfolio auch klare Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Haniel konzentriert sich dabei auf Geschäftsmodelle, die sich einem der drei neuen Beteiligungssegmente zuordnen lassen: People, Planet, Progress. Haniel möchte Werte für viele Generationen schaffen. Das Ziel: mittelfristig eine Gesamtrendite von mehr als 9 % erreichen und damit den Kapitalmarkt übertreffen. Unterstützt wird diese neue Strategie durch einen neuen Managementansatz, eine Neuaufstellung der Führungsholding und einen Generationswechsel im Aufsichtsrat.

SCHON GEWUSST?

Aletta Haniel war Industriepionierin: 1800 exportierte sie als erste Unternehmerin Eisenwaren aus der Ruhrregion in die Niederlande. Gleichzeitig erkannte sie einen überregionalen Markt für Steinkohle aus dem Ruhrtal. 1802 machte sie ihre Söhne Gerhard und Franz zu Teilhabern, 1809 zog sie sich aus dem Geschäft zurück und überließ es den beiden zu gleichen Teilen; ihren ältesten Sohn Wilhelm ließ sie außen vor. Damit ignorierte sie die Konventionen ihrer Epoche und zeigte wirtschaftliches Kalkül. Mit ihren Investitionen agierte Aletta als Vorreiterin und wies Gerhard und Franz den Weg in die Zukunft: Ohne die Vorleistung ihrer Mutter hätten sie wohl nie Eisenhütten gekauft, nie versucht, Kohle unterhalb der Mergelschicht abzubauen, und damit nie die Initialzündung für den industriellen Ruhrkohlenbergbau eingeleitet.