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Faber-Castell

Stein, Bayern

Daten und Fakten

Inhaberfamilie
Familie Graf von Faber-Castell in 9. Generation

Gründer
Kaspar Faber, 1761, in Stein (ältestes Unternehmen der Branche)

Branche
Herstellung hochwertiger Produkte zum Schreiben, Zeichnen und kreativen Gestalten sowie von Kosmetikstiften (OEM)

Produkte
2,3 Mrd. holzgefasste Blei- und Buntstifte pro Jahr

Standorte
Produktionsstätten in 10 Ländern, Vertriebsniederlassungen in 22 Ländern

Vertrieb
in über 120 Ländern

Mitarbeitende
8.000 weltweit, 1.000 in Deutschland (2019)

Umsatz
588 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2018/2019)

Unternehmensanteile der Familie
100 %

Kontrollgremium
Aufsichtsrat

Literatur
A.-W. Graf von Faber-Castell: Faber-Castell since 1761. Die illustrierte Geschichte einer Bleistiftdynastie (2013)

Faber-Castell ist eines der weltweit führenden Unternehmen für hochwertige Produkte zum Schreiben, Zeichnen und kreativen Gestalten sowie dekorative Kosmetikprodukte. Mit über 2 Mrd. Blei- und Buntstiften pro Jahr und rd. 8.000 Mitarbeitenden ist Faber-Castell der bedeutendste Hersteller von holzgefassten Stiften weltweit. Heute ist das Unternehmen in über 120 Ländern vertreten und verfügt über eigene Produktionsstätten in zehn sowie Vertriebsgesellschaften in 22 Ländern weltweit. Das 1761 gegründete Industrieunternehmen Faber-Castell ist eines der ältesten der Welt und seit neun Generationen im Besitz derselben Familie. Seit 2017 wird das Unternehmen von einem mehrköpfigen Vorstand geführt. Die Inhaberfamilie stellt durch Mandate und Funktionen in unterschiedlichen Gremien sicher, dass sie auch weiterhin eine aktive Rolle in der Unternehmensführung wahrnimmt.

Als branchenweiter Vorreiter im Bereich umweltfreundlicher industrieller Fertigungsprozesse stand bei Faber-Castell bereits Mitte der 1980er-Jahre die Sicherung der wichtigen Ressource Holz im Vordergrund unternehmerischen Denkens: In Brasilien verarbeitet das Unternehmen schnell wachsende Nadelhölzer aus eigenen Forsten. Ein geschlossener Kreislauf entsteht durch die konstante Wiederaufforstung in den geernteten Baumreihen. Auf einer Gesamtfläche von rd. 10.000 ha werden Tausende Kilometer entfernt von den Regenwäldern des Amazonas jährlich über eine Million Setzlinge des Typus Pinus Caribaea gepflanzt und aufgezogen. Nach 20 bis 23 Jahren sind die Bäume so groß, dass sie geerntet werden können. Aus diesen umweltschonend entstandenen Ressourcen werden Blei- und Buntstifte produziert. 900.000 t Kohlenstoffdioxid (CO2) binden die unternehmenseigenen Wälder Faber-Castells in Prata, im Südosten Brasiliens. Das hat eine wissenschaftliche Studie des TÜV Rheinland® bestätigt. Die Forste dienen demnach nicht nur zur Sicherung des nachhaltigen Holzbestands, sondern entlasten auch die Atmosphäre durch die Fotosynthese, bei der CO2 in Biomasse umgewandelt wird. Die Kiefernbäume und die zu etwa einem Drittel naturbelassenen Wälder neutralisieren damit den klimarelevanten CO2-Fußabdruck der weltweiten Produktionsstätten von Faber-Castell. Große Teile des Waldes haben sich außerdem zu einem Biotop für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Mit dem Einsatz von 82 % umweltfreundlichen Energieträgern und der nachweislich klimaneutralen Produktion durch eigene Wälder hat das Familienunternehmen ein Alleinstellungsmerkmal. Darüber hinaus werden die Entwicklung, die Herstellungsverfahren und die Entsorgung aller eingesetzten Materialien kritischen Analysen unterzogen. So hat Faber-Castell beispielsweise beim Einsatz von umweltfreundlichem Wasserlack in der Holzstiftproduktion eine Vorreiterrolle eingenommen.

Kontakt

Faber-Castell AG
Nürnberger Str. 2
90546 Stein

Fon: 0911 9965-0

infofaber-castell.de
www.faber-castell.de

Hauptrohstoffquellen für das Sortiment von Faber-Castell sind die nachhaltigen eigenen Kiefernwälder.
Faber-Castell Colour GRIP Buntstifte aus zertifiziertem Holz
Der Stammsitz von Faber-Castell im fränkischen Stein
Für die Herstellung von Blei- und Buntstiften nutzt Faber-Castell schnell wachsende Nadelhölzer aus eigenen Wäldern.

Chronologie

1761
Der Schreiner Kaspar Faber stellt die ersten Bleistifte her und verkauft diese auf dem Nürnberger Markt.

1839
Lothar von Faber, Sohn von Georg Leonhard Faber, übernimmt in 4. Generation die Führung und beginnt zehn Jahre später mit dem Aufbau des Auslandsgeschäfts.

1898
Durch die Heirat der Enkelin Lothars mit Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen entsteht der neue Familienname Faber-Castell.

1928
In der 7. Generation baut Roland Graf von Faber-Castell das Unternehmen weiter aus. Er kauft zudem ab den 1950er-Jahren enteignete Beteiligungen in den USA und Brasilien zurück.

1978
Sein Sohn Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell übernimmt die Unternehmensführung und setzt die Internationalisierung fort.

1993
Strategische Neuausrichtung des Markenbilds und Restrukturierung des Sortiments in fünf Kompetenzfelder

2000
Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell unterzeichnet die weltweit gültige Sozialcharta, die den Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entspricht.

2017
Nach dem Tod von Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell 2016 wird das Unternehmen von einem Vorstand geführt. Durch ein Vorstandsmandat von Mary Gräfin von Faber-Castell wird eine aktive Rolle der Faber-Castell-Familie in der Unternehmensführung sichergestellt.

„Mir war es von Anfang an nur darum zu tun, mich auf den ersten Platz emporzuschwingen, indem ich das Beste mache, was überhaupt auf der Welt gemacht wird.“ Lothar von Faber
(1817−1896)

Faber-Castell Erleben

 

Das einzigartige Ensemble des Stammsitzes, bestehend aus Fertigungsstätten, Repräsentativbauten und einem Landschaftspark, das Freiherr Lothar von Faber und Alexander Graf von Faber-Castell ins Leben gerufen haben, ist heute als „Faber-Castell Erleben“ zugänglich. Am Stammhaus in Stein besichtigen täglich zahlreiche Besuchergruppen die moderne Produktionsstätte sowie das Museum „Alte Mine“. Auch werden Führungen durch das Graf von Faber-Castell’sche Schloss angeboten, das mit seinen kunsthistorischen Zimmern als Juwel des Jugendstils gilt. Die besondere Faszination der verschiedenen Besuchsprogramme ergibt sich aus dem Nebeneinander von Herkunft und Zukunft eines weltweit agierenden Familienunternehmens.